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1919-1925: Nachkriegszeit und Neuorganisation

Die Vereinigung von KPD und SPD

Die Wahlen zum hessischen Landtag 1921 brachten der SPD herbe Verluste gegenüber den Wahlen zur Volkskammer 1919. Sie verlor 7 ihrer 31 Mandate. Für zwei Urberacher bedeutete der Ausgang der Wahl, dass sie in den Landtag einzogen. Adam Lang war auf Platz zehn der Landesliste der SPD plaziert, und Ludwig Rink rückte als Listenführer der KPD in den Landtag ein. Ludwig Rink war mit seinen Anhängern Ende 1920 zur KPD gegangen, die er aber 1922 wieder verließ. Es ist wohl auf seinen Einfluss zurückzuführen, daß die KPD bei den Landtagswahlen am 27. Nov. 1921 in Urberach die stärkste Arbeiterpartei wurde. Die Spaltung der Arbeiterbewegung in Urberach konnte 1922 überwunden werden. Schlichtungsinstanz wurde dabei die Freie Turn- und Sportvereinigung. Sie schuf mit der Einrichtung von Bildungsabenden die Möglichkeit, dass die verfeindeten Brüder sich zumindest wieder zusammensetzten. Über verbundene Listen zur Kommunalwahl 1922 führte der Weg dann zur Auflösung der KPD Anfang des Jahres 1923. Die Vereinigung war umso leichter, als die SPD am Ort z. B. bei Koalitionsfragen im Reich sich für "linke" Koalitionen und gegen ein Zusammengehen mit bürgerlichen Parteien ausgesprochen hat.

Wahlsieg der vereinigten Arbeiterparteien

Ende 1921 hatte sich die Partei von ihrem Mitglieder-Rückgang zum Teil wieder erholt. Die Mitgliederzahl war auf 83 angewachsen, bis 1926 stieg sie wieder auf 124. Die Gemeinderatswahlen am 19. November 1922 zeigten das Kräfteverhältnis der beiden Arbeiterparteien. Es entfielen auf die einzelnen Listen: Zentrum 462, VSPD 183, KPD 355. Für die VSPD zogen in den Gemeinderat: Adam Wolfenstädter und Mathäus Frank I., für die KPD Ludwig Rink, Karl Reinhard Jans, Wilhelm Rickert III., Michael Frank 7. Beide Parteien waren mit verbundenen Listen angetreten, es fehlten nur 2 Stimmen, um ein Sitzverhältnis von 7:5 zu ihren Gunsten zu erreichen. Bei den gleichzeitig stattfindenden Kreistagswahlen konnte Adam Wolfenstädter über die Liste der VSPD in den Kreistag einziehen.

Der organisatorische Aufbau der Partei

1923 wurde eine neue Organisations-Struktur geschaffen. Die Orte Nieder-Roden, Ober-Roden, Urberach und Eppertshausen wurden zu einem Unterbezirk Ober-Roden zusammengefasst. Erster Vorsitzender wurde Karl Müller aus Ober Roden. Die Unterbezirke übernahmen jetzt mehr und mehr die Aufgabe der politischen Agitation, der Bildung der Funktionäre und der Organisation politischer Arbeit im allgemeinen. Sie führten anschließend an die vierzehntäglichen Unterbezirks-Konferenzen in den einzelnen Orten Werbe-Veranstaltungen durch.

Die Reichstagswahlen von 1924

Die Reichstags-Wahlen im Mai 1924 fanden in einer gespannten politischen Atmosphäre statt. In dieser unruhigen Zeit erzielten die radikalen Parteien immense Gewinne. Die großen Verlierer waren die Sozialdemokraten, die von 186 Reichstagsmandaten 100 einbüßten. In einer relativ "ruhigen" Zeit, im Dezember 1924, wurde neu gewählt. Die Sozialdemokraten gewinnen 31 neue Mandate hinzu, während die Radikalen starke Verluste hinnehmen müssen. In Urberach behauptet sich das Zentrum weiterhin stark, während die SPD einen Teil der Arbeiterstimmen nicht zurückgewinnen kann.

Niederlage bei Kommunalwahlen 1925

1925 werden neue Kommunal-Parlamente gewählt. Ebenso stehen die Wahlen des Bürgermeisters und des Beigeordneten an. Den Anfang macht im Juli die Bürgermeister-Wahl. Trotz heftiger Vorwürfe der Sozialdemokraten gegen den bisherigen Amtsinhaber Adam Wagner wird dieser wiedergewählt. Der langjährige Vorsitzende der SPD, Adam Wolfenstäder, hatte die Partei vor der Wahl verlassen und Adam Wagners Kandidatur unterstützt. Der Beigeordnete Valentin Reiß wird ohne Gegenkandidat bestätigt. Mit diesem Aufwind erreicht das Zentrum bei der Gemeinderats-Wahl am 15. November 1925 mit 7:5 das erste mal seit 1902 wieder eine Mehrheit. Für die Sozialdemokraten ziehen ins Parlament ein: Wilhelm Rickert, Karl Reinhard Jans, Ludwig Rink, Michael Frank 7., Adam Lang. Der neue Kreistag wählt 1926 Ludwig Rink in den Kreisausschuss.

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