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1930-1933: Die Krise der Republik

Die Endphase der Weimarer Republik

Nach dem Rücktritt des Kabinetts Brüning am 30. Mai 1932 beauftragte Hindenburg von Papen mit der Regierungsbildung. Dem Sturz Brünings waren wochenlange Verhandlungen zwischen Reichswehr, NSDAP und Vertretern der Schwerindustrie vorangegangen. Die Konservativen hofften, Hitler in ihre Politik einbinden zu können. Dafür hob von Papen das Verbot der SA auf und löste den Reichstag auf. Die Neuwahl am 31. Juli 1932 brachte den Nazis einen großen Erfolg. Sie eroberten 37,4 % der Stimmen und 230 Reichstagssitze. Neben den Nationalsozialisten hatten als bedeutende Parteien nur noch SPD, KPD, die katholischen Parteien Zentrum und BVP sowie die DNVP diese Wahl überlebt. Die Regierung Papen war im Reichstag ohne Mehrheit. Ihr wird am 12. September das Misstrauen ausgesprochen. Bei der zweiten Reichstagswahl diesen Jahres am 6. November büßen die Nationalsozialisten 2 Millionen Wähler ein und verlieren 34 Reichstagssitze. KPD und DNVP nehmen leicht zu. Die Reichstagswahl vom November brachte für Urberachs SPD den Verlust von 97 Stimmen gegenüber der Wahl vom Juli (= 20 %). Das Zentrum und die KPD gewannen deutlich dazu. Die Nationalsozialisten erreichten nur noch 10,5 %. Ludwig Rink führte das schlechte Wahlergebnis auf unzureichende Agitation zurück. Auf einer Unterbezirkskonferenz in Ober Roden im November 1932 machte er die allgemein verzweifelte Lage der Arbeiterschaft für die Gewinne der KPD verantwortlich. Er betonte, dass sich die Arbeiterschaft für die Zukunft auf gewaltige Kämpfe einzustellen habe, und dass dazu alle Kräfte zusammengefasst werden müssten. Insbesondere die Jugend müsse mehr Interesse an der Bewegung entwickeln, denn wenn man Sport treiben möchte, sei die Voraussetzung dazu, dass man auch die Zeit dazu habe. Dies sei aber nicht gegeben, wenn die Feinde der Arbeiterklasse das Heft in den Fingern hätten. In der anschließenden Diskussion wurde vor allem die "Überorganisation" kritisiert, mit der jetzt Schluss sein müsse.

Gegen Ende der Weimarer Republik intensivierten die in der Eisernen Front zusammen geschlossenen republikanisch-sozialistischen Organisationen ihre Agitation. Großkundgebungen in den Orten des Unterbezirks Ober Roden wurden gemeinsam organisiert und durchgeführt. 1000 und mehr Menschen nahmen an solchen Demonstrationen teil. Exemplarisch sei hier der Ablauf einer Kundgebung am 12. Februar 1933 beschrieben: Sonntagnachmittag 2 Uhr: Treffen aller verfügbaren Kräfte (Motorradfahrer, Radfahrer und Marschkolonnen), in Urberach Aufmarsch, Umzug und Kundgebung, anschließend geschlossen nach Ober Roden, danach bis Nieder Roden, dort wieder Umzug und Abschluss-Kundgebung um 16.30 Uhr.

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