
Der “Neue” hatte allerlei Grund zur Freude: Der Saal voll wie selten, gleich zwei Bürgermeister mit Redebeiträgen, und wie immer reichlich zu Ehrende aus den eigenen Reihen. Hidir Karademir, ein Dreivierteljahr als SPS-Ortsvereinsvorsitzender im Amt, führte durch den einzigen Neujahrsempfang einer Rödermarker Partei. Wohl auch deshalb gab sich neben Prominenz aus der SPD und vielen Gästen aus umliegenden Gemeinden diesmal sogar Rödermarks Bürgermeister die Ehre.

Die SPD-Fraktion hat sich in ihrer Fraktionsklausur am Wochenende auch mit dem kürzlich verabschiedeten kommunalen Schutzschirm in Hessen auseinander gesetzt. Rödermark könnte darunter schlüpfen: 12,5 Mio. Euro städtischer Schulden würden vom Land übernommen. Der damit verbundene Schuldenschnitt ist jedoch mit harten Auflagen verbunden. Die SPD lehnt die Annahme des Schutzschirmes kategorisch ab...

In einem längeren Interview gab die Offenbach Post dem seit einem knappen Jahr amtierenden SPD-Ortsvereins-Vorsitzenden Gelegenheit, seine Sicht über die Zukunft der SPD in Rödermark darzulegen. Karademir zeigte sich sowohl zuversichtlich, was die Rückeroberung mindestens des zweiten Platzes auf der hiesigen Kommunalpolitik-Bühne angeht, als auch kämpferisch, die Partei wieder stark genug zu machen, noch erheblich mehr erreichen zu können.

Aufgrund der finanziellen Tragweite und der Bedeutung der Angelegenheit für die Stadt Rödermark beantragen die Fraktionen von SPD und FDP die Einsetzung eines Akteneinsichts-Ausschusses gemäß Hessischer Gemeinde-Ordnung zur Klärung der Vorgänge um den Erwerb des Bahnhofs Ober-Roden sowie der finanziellen, rechtlichen und praktischen Folgen.

SPD entsetzt über neuerlichen Dilettantismus: Vor kurzem erklärte der Bürgermeister, der Verkauf des Bahnhofsgebäudes sei in trockenen Tüchern. Weit gefehlt: Richtig ist zwar, dass der Notarvertrag geschlossen ist. Doch die Genehmigung der Stadt für den Vertrag fehlt nach wie vor. Denn nach Vertragsunterzeichnung wurde erst bekannt, dass der Bahnhof ein denkmalgeschütztes Gebäude ist.

Viele und ungewohnt junge Gäste waren der Einladung der SPD am 1. Adventssonntag schon vormittags gefolgt. Um 11 Uhr gab es ein üppiges Frühstück, ab 12 Uhr dann thematisch die harten Brocken. Gernot Grumbach, Vorsitzender der SPD-Hessen Süd, versuchte, das Gewirr von Wirtschaftskrise, Finanzkrise, Bankenkrise, Eurokrise oder gar politisch gesellschaftlicher Krise in der EU und die weltweiten Folgen zu entflechten.

Die FDP-Fraktion fordert die Stadt auf, die Einführung einer Pferdesteuer zu prüfen. Ziel sind wohl Mehreinnahmen zur Haushaltsentlastung. Die SPD-Fraktion bewertet es aber als völlig untauglich, mit neuen Bagatellsteuern Finanzlöcher stopfen zu wollen, und sagt hierzu unmissverständlich NEIN. In Hessen hat es schon ähnliche Versuche gegeben - allesamt kläglich gescheitert.

Krise, Krise und kein Ende? Seit Jahren jagt eine Krise die andere, oft unter neuem Namen: Mal haben wir es mit einer Finanzkrise zu tun. Diese zeigt sich auch mal als Bankenkrise, manchmal als Wirtschaftskrise, auch gerne als einzelne Staatkrise. Seit zwei Jahren erleben wir diese als Euro-Krise und als Krise der Europäischen Union. Grumbach, SPD-Vorsitzender von Hessen-Süd, kommt, um mit uns mögliche Ursachen dieser Krise(n) und mögliche Auswege daraus zu diskutieren.

SPD-Ortsvereinsvorsitzender Hidir Karademir, hier links im Bild mit SPD-Chef Sigmar Gabriel, wurde am vergangenen Samstag mit großer Mehrheit in den SPD-Landesvorstand gewählt. Damit machte der Landesparteitag in Kassel erneut deutlich, dass den Sozialdemokraten die Integration und die politische Mitwirkung von Menschen mit Migrationshintergrund wichtig genug ist, um geeignete Kandidaten aus diesem Personenkreis auch in Führungspositionen zu berufen.

Die SPD Fraktion hat nun auch Antworten bezüglich des Verkaufs des Bahnhofs in Ober-Roden erhalten. Der Bahnhof Ober-Roden ist lastfrei, die Verlegung notwendiger Kabel erfolgt. Die Protokollierung des Kaufvertrages für das Bahnhofsgebäude lässt jedoch weiter auf sich warten.